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Unser Gewächshaus - aktueller Baufortschritt

Kann man tropische Früchte auch bei uns im hohen Norden anbauen?

Blogartikel vom

Mit all den regenerativen Energiequellen, die es mittlerweile gibt, muss es doch möglich sein, ein Gewächshaus permanent auf über 20°C zu beheizen und trotzdem irgendwie autark zu bleiben und nicht auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen oder?

Testanlage-Gewächshaus
In unserer Testanlage haben wir bereits viel Erfahrung im Umgang mit Hydroponik und der richtigen Versorgung der Pflanzen mit Düngemitteln gesammelt

Aus diesen Fragen, die wir uns vor circa fünf Jahren gestellt haben, wurde die Idee und der Wunsch geboren, Wege zu finden, dies möglich zu machen. Es wurde schnell klar, dass bei diesem Unterfangen nicht die Möglichkeit ein Gewächshaus unserer Größe warm zu halten und gleichzeitig alle Geräte und Maschinen mit regenerativer Energie zu betreiben, das größte Hindernis darstellte, sondern eher die Wirtschaftlichkeit des Projektes zu unserem großen Fragezeichen wurde.

Wie ist es möglich, die Kosten des Baus und die Kosten der mitunter neuen Innovationen der Energiegewinnung wirtschaftlich zu generieren? Uns war klar, dass auch wenn unser Gewächshaus eine stattliche Größe hat, es doch zu klein sein wird, um mit der reinen Produktion von tropischen Früchten alle Kosten zu decken. Zumal die tropischen Pflanzen Jahre im Wachstum benötigen, bis sie Früchte tragen.

Da es uns am Herzen lag durch den Einsatz neuer Technologien zu zeigen, dass Lebensmittel nicht notwendigerweise importiert und lange Strecken mit hohem CO2-Ausstoß zurücklegen müssen, wollten wir unsere Erfahrungen an unsere Besucher weitergeben. Mit Gästen, die zu uns auf den Hof kommen, um dann evtl. Teile oder auch das gesamte Projekt an anderen Orten zu realisieren, wollten wir unser Gewächshaus wirtschaftlicher gestalten. Diese Idee war jedoch aus genehmigungstechnischer Sicht nicht durchzuführen.

Zu diesem Zeitpunkt musste eine Entscheidung her: Das Projekt fallen lassen oder einen wirtschaftlicheren Aufbau finden, der unseren Wunsch nach Autarkie und Nachhaltigkeit unterstützt? Wir mussten also weg von der Idee ausschließlich tropische Früchte zu produzieren.

 

Nachhaltigkeit heißt Ressourcen schonen

Da seit Beginn der Planung die Autarkie des Gewächshauses im Vordergrund stand, haben wir schon damals auch ein Augenmerk auf die Bewässerung gelegt bzw. vielmehr auf die Quelle unseres Wassers. Wasser ist eines der wichtigsten Güter, die wir haben und wir wollen nicht verschwenderisch damit umgehen. Daher speichern wir das gesamte Regenwasser der Dachflächen des Gewächshauses in unserem Regenrückhaltebecken.

Das Regenwasser fließt über die Regenwasserrohre unterirdisch in das Becken. Da das Becken höher liegt als das Gewächshaus, jedoch niedriger als die Traufe, fließt das Wasser ohne Hilfe von Pumpen in das Becken. Auch beim Bau des Beckens haben wir auf Nachhaltigkeit geachtet und das Becken nicht mit Folie ausgelegt, sondern Lehm zur Abdichtung eingebaut.

Im Jahr 2021 konnten wir nun endlich die Fläche des Gewächshauses so vorbereiten, dass die Hochbauarbeiten im Prinzip hätten starten können. Die gesamte Fläche wurde zunächst eingefasst und mit Recyclingmaterial aufgefüllt um eine Ebene zu schaffen, auf der das ca. 3000 m² große Gewächshaus entstehen sollte. Nachdem sich diese vorbereitenden Arbeiten immer wieder verzögerten, ist im März 2022 die langersehnte erste Kolonne des Niederländischen Gewächshausbaubetriebes auf unseren Hof gerollt und konnte mit den Fundamentarbeiten beginnen.

Da die Fundamentlöcher gebohrt und der Beton ins offene Erdreich geschüttet wurden, gingen die Arbeiten sehr schnell voran. Innerhalb weniger Wochen waren die Fundamente im Erdreich und die Sockel geschüttet. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns zum ersten Mal bewusst, wie groß das gesamte Gebäude letztendlich wird. Ohne die Grenzen vorher auf dem gesamten Gelände zu sehen, konnte man sich das Ausmaß gar nicht richtig vorstellen.

Auch die zweite Kolonne war in der Durchführung ihrer Arbeiten schnell und somit stand das Stahlgerüst inklusive Glasdach schon Mitte Mai 2022. Seitdem ist ganz viel Eigenleistung gefragt und die dauert auch leider immer noch an. Unser Plan, im Frühjahr 2023 an den Start zu gehen, mussten wir leider verschieben und somit versuchen wir momentan in abgespeckter Form den Betrieb aufzunehmen.

Sobald das endgültige Konzept für einen Langzeitspeicher für unsere Wärme steht, geht es in den Endspurt und hoffentlich können wir dann alle Türen für euch im Frühjahr 2024 weit aufreißen.

Also falls Ihr Ideen habt, wie wir unsere Gewächshauswärme über mehrere Monate speichern können, meldet euch bei uns ;)